Stutenkerl (alle Jahre wieder)

Stutenkerl
bread braun

Freitag, 11. November, ist wieder Martinstag. Und auch wenn Laternenbasteln und Martinsumzüge für viele schon einige Jahre zurückliegen, katapultiert der Anblick eines Stutenkerls viele Rheinländer und Ruhrgebietler in diese Zeit zurück. St.Martin und Stutenkerle, so meinen viele, gehören zusammen.
Dabei ist die Tradition eine andere: Ursprünglich war der Stutenkerl ein Gebäck, das den Bischof Nikolaus von Myra (also „unseren“ Nikolaus) darstellt. Anders als im Ruhrgebiet und im Rheinland wird das Gebäck in vielen Teilen Deutschlands deshalb nicht schon am Martinstag, sondern erst am 6. Dezember gegessen.
Die im Rheinland und Ruhrgebiet übliche Tonpfeife stellt – dreht man sie um – einen Bischofsstab dar. Grund für diese 180-Grad-Drehung: In der Zeit der Reformation wurde das christliche Symbol verweltlicht, den Bischofsstab ersetzten Bäcker durch eine Pfeife. Allerdings ist die Pfeife deutschlandweit nicht obligatorisch, in vielen Regionen gibt es den Mann aus Teig ganz ohne „Extras“.

1. Vorteig

  • 200 g Weizenmehl 550 (ich habe T65 genommen)
  • 150 g Milch
  • 20 g Frischhefe

alles gut verkneten und schön warm 45 Minuten gehen lassen. (ich habe bei 26° in der Gärbox gehen lassen).

 

2. Hauptteig

  • Vorteig
  • 300 g Weizenmehl 550 (ich habe T 65 genommen)
  • 100 g Butter (weich)
  • 50 g Zucker
  • 100 g Quark (20 % Fett i.Tr.)
  • 8 g Salz
  • 2 Eigelb
  • 1 TL flüssiges Backmalz

3. Eistreiche

  • 1 Eigelb
  • 50 g Milch
  • je eine Prise Zucker und Salz

Alles gut verquirlen.

4. Zubereitung

Aus allen Zutaten einen homogenen Teig kneten und 45 Minuten gehen lassen. Danach auf ca. 1 cm Dicke ausrollen und mit dem Ausstecher mehre Figuren ausstechen. Auf einem mit Dauerbackfolie ausgelegten Backblech legen, Beine und Arme etwas auseinander ziehen und mit Rosinen und Mandeln, sowie der Tonpfeife verzieren. 30 Minuten unter einer Abdeckfolie bei Raumtemperatur zur Gare stellen. Mit der Eistreiche abstreichen und bei 180° 25 – 30 Minuten schön goldbraun backen. Bitte immer auf Sicht backen, damit die Kerlchen nicht zu dunkel werden.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar.

  1. oh ja. welch freude. die kerle kenne ich aus meiner kindheit. es gab sie zum st. martinstag. in der schule, im kindergarten, beim bäcker, überall … ich wuchs im sauerland auf, da gabe es die tradition also auch. nun hier in sachsen, gibt es martinshörnchen. die werden symbolisch geteilt. daher schaute man komisch, als ich martinsmännel zum gottesdienst anschleppte. habe ich auch nur einmal gemacht ;o) damals mit keksstecher gemacht, eigentlich zu klein, abe lecker. nach dem hokkaido-milchbrot rezept aus petras brotkasten.

    und stutenkerle gibt es hier nicht mal zu nikolaus. es gibt sie hier gar nicht. traurig. ich vermisse sie. nachbacken finde ich schwer, denn ich fand bisher nicht die richtige form. deine kommt dem ja schon sehr nahe. ich glaube, ich komme nicht drumrum, mir im november von meiner mutti ein westpaket mit martins-stuten-kerlen schicken zu lassen. zum studieren 🙂

    danke für das rezept. werde ich testen.
    liebe grüße . die tabea

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