Delbrücker Stollen

bread braun

Nach über 10 Jahren Lernen und Backerfahrung-Sammeln habe ich mich jetzt das erste Mal an einen Stollen gewagt.
Ich muss feststellen, soviel Respekt braucht man gar nicht zu haben. Es geht ganz easy, wenn man die Stehzeiten beachtet und es aushalten kann, die eine Woche nach dem Backen bis zum Anschnitt abzuwarten. Es bildet sich dadurch ein tolles Aroma, und wenn der Stollen gut verpackt ist, behält er auch seine Feuchtigkeit und Frische. Ich habe das Rezept mit einem Strang Marzipan etwas verfeinert. Man kann ihn auch weglassen. Alle Testesser waren allerdings begeistert.
Ab jetzt komme ich wohl nicht umhin, immer in dieser Zeit einen Stollen zu backen.

1. Zutaten

  • 300 g Rosinen
  • 50 g Orangeat
  • 50 g Zitronat
  • 100 g Mandelblättchen
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 500 g Weizenmehl 550 (ich habe T 65 genommen)
  • 42 g (= 1 Würfel) Frischhefe
  • 200 ml zimmerwarme Milch
  • 100 ml Rum
  • 125 g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 20 g Zucker
  • 1 TL Zimt
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Prise Muskatblüte (Macis)
  • 200 g Marzipanrohmasse
  • flüssige Butter zum Einpinseln

2. Zubereitung

Zitronat, Orangeat, Rosinen in Wasser einweichen. Das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Vertiefung in der Mitte formen und die Hefe dort hinein bröseln. Mit 100 ml lauwarmer Milch beträufeln und leicht verrühren. Mehl darüber stäuben und abgedeckt für 30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Muskatblüte, Zimt, Zucker, Salz, die Eier und den Rest der Milch und vom Mehl zugeben und in die Küchenmaschine gut verkneten (10 Minuten). Weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen.
In der Zwischenzeit die Rosinen, das Orangeat und das Zitronat abtropfen lassen und mit den Mandeln und dem Rum vermischen.
Unter den aufgegangenen Teig die weiche Butter kneten und nach und nach die Früchte-Mandelmischung unterkneten. Nochmals 30 Minuten gehen lassen.
Den Teig auf der bemehlten Arbeitsplatte nochmals leicht durchkneten und anschließend zu einer Platte von 3 cm Dicke formen. Die Marzipanrohmasse zu einem schönen Strang rollen und in den Teig drücken.
Die kurzen Seiten etwas nach innen falten. dann die lange Seite zur Mitte falten und mit der Handkante so eindrücken, dass die typische Stollenform entsteht. Deutlich einfacher geht das, wenn man den Teig in eine fertige Stollenform gibt.
Den Stollen mit Wasser bepinseln. Nochmals 20 Minuten gehen lassen und auf ein Backblech legen. Bei Verwendung einer Stollenform wird der Stollen in der Form auf das Backblech gestürzt. Zum Backen bleibt die Form oben auf dem Teigling liegen.
Den Ofen in der Zwischenzeit auf 190° vorheizen. Ca. 20 Minuten backen. Dann den Ofen auf 170° herunterstellen und noch weitere 30 Minuten backen.
Den Stollen aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Dann kräftig mit der flüssigen Butter einpinseln und mit Zucker bestreuen.
In eine Alufolie oder ein Pergamentpapier gut einwickeln und mindestens 1 Woche kühl lagern (bitte nicht im Kühlschrank!).
Durch Lagern bekommt der Stollen das optimale Aroma. Vor dem Anschneiden kräftig mit Puderzucker überziehen.


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Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Sieht wirklich gut aus, dein Stollen.
    Tja, nun musst du bestimmt immer Stollen backen…und ich kann dir sagen,
    es werden mehr als 1 sein… 🙂

    Ich muss auch noch, habe es bisher immer geschoben, aber dieses WE
    werde ich wohl backen.

    Lieben Gruß
    Dagmar

  2. Sieht sehr lecker aus!

    Was passiert, wenn man die Früchte direkt im Alkohol einweicht? Warum zuerst in Wasser?

    Was muss man beachten, wenn man Alkohol in Backrezepten durch andere Flüssigkeiten ersetzt?

    1. Kann man natürlich machen, nur schmeckt das Gebäck dann stark nach Alkohol.
      Viele Grüße
      Gerd

  3. Hallo Stollenbäcker,
    geht es auch ohne Form ?
    LG Claudia

  4. ……….noch eine Frage: ist es wirklich so gemeint, dass die Früchte zuerst in Wasser eingeweicht und später Rum dazugegeben wird ?
    Wie groß ist Dein Stollen geworden?
    LG Claudia

    1. Ja Claudia, damit der Teig nachher nicht zu trocken wird. Nur in Rum schmeckt der ganze Stuten nach Rum.
      Viele Grüße
      Gerd

  5. Guten Tag Herr Kellner,

    Ihr Stollenrezept enthält im Vergleich zu anderen sehr wenig Zucker. Ist das absichtlich so?

    Beste Grüße
    Annette Rosenberg

    1. Ja, dass ist so.
      Viele Grüße
      Gerd

  6. Danke für die schnelle Antwort, Herr kellner!

  7. Hallo Ketex,
    ich möchte in diesem Jahr gerne kleine Stollen in der Vorweihnachtszeit verschenken. Deshalb habe ich dein Rezept ausprobiert, und muß sagen: er hat noch nicht einmal die einwöchige Reifezeit überlebt!
    Stollen ist in meiner Familie recht unbeliebt wegen dem Orangeat und Zitronat, diese habe ich durch getrocknete Aprikosen und Ananas ersetzt.
    Auf meinem ersten Exemplar ist noch nicht einmal Puderzucker gelandet, so schnell war er gegessen!

    Der zweite Stollen ist nun gebacken und gut verpackt, (versteckt) vor der Familie, mal sehen wie er am WE schmeckt!

    Ein tolles, leicht nachzubackenes Rezept, das auch Kritiker überzeugt!

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