Weizenmischbrot im Grill gebacken

Brot im Grill
Keramikgrill Brot backen
bread braun

Nach der langen Regenzeit und dem jetzt doch so schönen Wetter musste ich meinen neuen Grill („das Ei“) ausprobieren. Da es sich um einen Keramikgrill, dem „Monolith“, handelt, besteht bei diesem Grill auch die Möglichkeit, auf einer Pizza- oder Backplatte entweder ein Brot oder eine Pizza zu backen. So ganz habe ich der Sache allerdings zunächst nicht getraut…
Das Anheizen des Grills geht ganz leicht, und mit Erstaunen musste ich feststellen, dass die Einregulierung der Temperatur (230°) sehr einfach vonstatten ging. Durch die aufgeheizte Keramik, aus der auch der Deckel besteht, wird die Hitze sehr gleichmäßig an das Brot abgegeben, genau wie in einem Steinbackofen. Die direkte Hitze der Glut wird durch einen Deflektorstein abgeschirmt, damit das Brot nicht von unten verbrennt. Es funktioniert fast genauso wie in meinem Manz.
Nach 15 Minuten war das Brot schön aufgegangenen. Nach weiteren 45 Minuten war es durchgebacken und hatte eine schöne knusprige Kruste.
Alles in allem war es ganz easy, und als nächsten Versuch werde ich eine Pizza bei 400° backen.

Ich habe für mein erstes Brot „im Ei“ folgendes Rezept genommen:

1. Vorteig

Alles gut verrühren. Die Hefe 2 Stunden anspringen lassen und dann den Vorteig für 10 Stunden in den Kühlschrank stellen.

2. Hauptteig

3. Zubereitung

Alle Zutaten in der Küchenmaschine so lange kneten, bis sich der Teig von der Schüssel löst. Dann einmal „strecken und falten„. Den Teig in eine Teigwanne oder große Schüssel geben und für 12 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Morgen den Teig akklimatisieren lassen. Dann noch einmal „strecken und falten“. Anschließend 30 Minuten ruhen lassen, dann rundwirken und mit dem Schluß nach unten in ein gut bemehltes Garkörbchen geben.
Man kann dieses Brot auch als Pain Fendu aufarbeiten. Das heißt: mit einem dünnen Rollholz den Teig mittig auseinander rollen und dann wieder zusammenlegen und in das Garkörbchen legen.
Auch kann man den Teig natürlich nach dem Rundwirken auch mit dem Schluß nach oben ins Garkörbchen legen und dann nach der Gare, wenn er auf dem Schiesser liegt, nach Belieben einschneiden.
Die Gare dauert ca. 60 -90 Minuten bei Raumtemperatur. Wer eine Gärbox oder einen Gärschrank besitzt, braucht bei 32 ° nur 60 Minuten.
Ich könnte mir vorstellen, dass ein Versuch in der Weber-Kugel auch recht gut klappen könnte.


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Dieser Beitrag hat 14 Kommentare

  1. Ja, was man so nicht alles mit einem Grill machen kann. Aber erstmal muss man sich für den richtigen entscheiden: Monolith, Big Green Egg oder von Primo.
    Gute Qualität, tolles Aussehen haben ja alle – nur die Preise sind etwas unterschiedlich aber auch nicht zu weit auseinander. http://www.keramikgrill-test.de/
    Ein Kumpel hat die Mittelklasse des Monoliths und ist echt zufrieden damit. Also das Essen Schmeckt 😉 selbst im Winter – & das Bierchen immer griffbereit!!!
    Grüüüüzi

  2. Stefan, vielen Dank für deine schnelle Antwort und vorallem ausführliche Antwort.
    Ein schönes WE wünscht
    pelzi

    1. Hallo pelzi,
      Stefan hat schon alles geschrieben. Brote, die mit fallenden Temperaturen gebacken werden kann man natürlich nicht im Monolith backen.
      Viele Grüße
      Gerd

  3. Hallo Pelzi,

    schwaden kannst Du auf zweierlei Art, indem Du Wasser entweder durch die obere Kaminöffnung oder durch die Öffnung im Ei einsprühst, die für das Einbringen von Spänen gedacht ist, also unmittelbar oberhalb der Glut. Es ginge auch, eine Wasserschale auf einem Rost unter dem Backstein zu platzieren. Es ist aber praktisch unmöglich, diese Schale während des Backens wieder zu entfernen. Man muss also schon eine genau abgezirkelte Menge Wasser hineingießen, die vergleichsweise schnell komplett verdampft. Ich verwende die Sprühmethode, die aber nicht so wichtig wie im Backofen ist.

    Ich empfehle den Monolithen ganz besonders für Naan und ähnliche Fladenbrote (auf dem Grillrost, neben dem übrigen Grillgut). funktioniert wunderbar.

    Grundsätzlich muss man sagen: Ein Monolith ist kein Steinbackofen, ebenso wenig wie ein Räucherofen. Man kann ❗ sehr wohl auch ❗ räuchern und backen, das Gerät ist hierauf aber nicht spezialisiert. Es handelt sich primär um das ideale Grillgerät ! Zum Backen dürfte das verfügbare Volumen gerne deutlich größer sein, die Keramik dicker und die Möglichkeit des Beschwadens anwenderfreundlicher..

    Was aber wirklich ganz ausgezeichnet funktioniert, ist, den Monolithen als Pizzaofen zu verwenden. Die erzielbaren hohen Temperaturen prädestinieren ihn dafür. Es lohnt sich, den Teig extrem dünn auszuarbeiten, wenn das per Hand nicht oder unzureichend gelingt (wie bei mir), dann auch ausrollen. Ich habe beste Erfahrungen damit gemacht, die Pizzen kurz „trocken“ anzubacken und dann rasch zu belegen. Übrigens: Käse nach unten, gleich auf die Sauce.

    Beste Grüße
    Stefan

  4. Hallo, Gerd,
    ich interessiere mich für den Monolith-Keramikgrill und habe nun bei dir gelesen, dass du auch Brot darin gebacken hast. Das ist aber nun schon eine Weile her und ich wollte wissen, ob du mehrere Erfahrungen gemacht hast mit Brot backen in diesem Grill. Ist er dafür auch zu empfehlen? Brot sollte man ja auch schwaden. Wieverfährt man dann in diesem Grill?
    Würde mich über eine Antwort freuen.
    Grüße von pelzi

  5. Hallo Gerd,

    ich will den Stein gern so bestellen (wenn möglich zusammen mit der Lame du Boulanger – die ist besser als das Zeugs, das ich hier kennengelernt habe). Da es den Stein ja noch nicht bei Dir im Shop gibt, vielen Dank für eine Email mit allen benötigten Daten (Versand nach Frankreich). Zahlungsweise ist beliebig.

    Beste Grüsse
    Stefan

  6. Hallo Stefan,
    Da Du mit Ober- und Unterhitze backst, spielt dass keine Rolle.
    Bei Umluft oder Heißluft ist das etwas anderes. Zur Zirkulation sollte noch etwas Platz sein.
    Viele Grüße
    Gerd

  7. Hallo Gerd, wäre doch ideal, wenn er sowohl im Backofen als auch im Mono genutzt werden könnte. 17 mm ist auch eine ideale Stärke. Die Leute beschweren sich immer, dass so ein Teil so sperrig und schwer ist: Wenn man aber beides hat, Ofen und Grill, ist das kein vergeudeter Platz.

    Einzige Frage, da brauche ich Deinen Rat: Ich habe einen Miele Backofen, bei dem die ebene Innenfläche der Bleche 33 cm in der Tiefe beträgt. Dennoch bekommt man den Backstein natürlich unter, indem man den Rost umdreht. Dann jedoch füllt der Stein so ziemlich die gesamte Tiefe des Innenraums aus. Ist das OK oder sollte der Durchmesser ein paar Zentimeter geringer sein ?

    In der Tat, der Mono ist auch für mich DER Grill – meine anderen Grills sind seit dessen Ankunft arbeitslos (zumal ich auch gar keine Holzkohlebriketts mehr habe/brauche).

    @ Marina: Ja, den Mono Schamottestein besitze ich und nutze ihn bisher auch. Er schmuddelt etwas, ausserdem erzielt man mit Cordierit die besseren Ergebnisse. Außerdem ist Cordierit viel weniger empfindlich. Deshalb werde ich ihn mir – in passender Größe – anschaffen. Ich habe Gerd zu Anfang mit einem stinknormalen Onlineshop verwechselt, Schande über mich ! Nachdem ich jetzt herausgefunden habe, was er hier und anderswo leistet, kaufe ich garantiert bei ihm – selbst wenn es den Stein anderswo günstiger geben sollte (was ich allerdings noch nicht einmal glaube).

    Beste Grüße
    Stefan

    1. Hallo Marina,
      ja diesen Stein benutze ich auch, aber Stefan fragte nach einem glasierten Corderitstein!!!!
      Gerd

  8. Grosses Kompliment, Brot auf dem Mono muss ich auch einmal ausprobieren. Aber nicht vergessen: Der Mono ist auch ideal für Grilladen aller Art, insbesondere Low und Slow 😀

    Hast Du Dich schon an die Pizza begeben ? Meiner Meinung nach reichen gute 330° voll aus. Lange, kühle Teigführung, die Pizza wird ein Traum.

    Ich würde mir nur gern einen Cordierit Backstein an Stelle der Schamotteplatte dazu kaufen. Meinst Du, Du kannst einen Stein anbieten, der sowohl in einen klassichen Backofen als auch auf den Mono passt, z.B. 35 cm Durchmesser oder etwas mehr ?

    Beste Grüsse
    Stefan

    1. Ja, Stefan,
      ich kann Dir so ein Stein besorgen. (Durchmesser 380 mm und 17 mm stark = Preis 59,90)
      Vielleicht nehme ich ihn dann auch in Shop auf.
      Pizza war bei uns mit 350° ganz hervorragend, Pulled Pork über 18 Stunden bei 120 – 130 ° ist eine Klasse für sich und natürlich das Bierdosenhähnchen bei 180 -190° war nach gut 1 Stunde sehr zart und saftig und außen nach noch einmal 10 Minuten bei 230° ein Wucht.
      Der Monolith ist für mich das non plus Ultra unter den Grillen.
      Sein Feinregulierung der Temperatur ist einzigartig.
      Viele Grüße zurück
      Gerd

  9. Wow…..das sieht toll aus. Ich habe neulich ganz mutig den Pizzastein in den brandneuen Weber gelegt, um mal zu gucken, was passiert. Naja, leider war das Brot nur unten knusprig, da muss ich wohl noch dran arbeiten….

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